5.11.08

Wahlkampf 2.0: Wie Barack Obama die elektronischen Medien nutzt

Von Barack Obama, dem künftigen Präsidenten der USA, können viele Wahlkampfmanager und PR-Strategen lernen. Denn er hat konsequent auf Internet, E-Mail, SMS, Videos und Blogs gesetzt, um seine Botschaft unters Volk zu streuen und die Wähler zu mobilisieren. Dazu nur ein Beispiel von vielen: Von den sieben Millionen Einwohner des Bundesstaats Indiana haben sich 700 000 erstmals für eine Präsidentenwahl in die Wählerlisten eintragen lassen.

Allerdings befassen sich nur wenige Hintergrundberichte über Obama Wahlkampf der elektronischen Art. Eine Ausnahme macht David Talbot von der Technology Review.

Lesen Sie hier seinen Artikel „Das Geheimnis seines Erfolges“.

13.10.08

Marcel Reich-Ranicki oder klare Kante in Fragen der Qualität

Um es mit Franz Müntefering zu sagen: Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises „klare Kante“ gezeigt. Und endlich ausgesprochen, was viele denken, aber sich aus Rücksicht auf die eigene Karriere nicht zu sagen trauen, dass die Vielzahl der Preisverleihungen, mittlerweile auch Awards genannt, nur einem Zweck dienen, nämlich der offenkundigen Selbstbeweihräucherung der Preisverleiher. Die Vielzahl der Preisverleihungen von Bambi über Echo und Grimme-Preis bis zu Goldene Kamera und anderen mehr bringt naturgemäß mit sich, dass die Qualitätskriterien im Sturzflug sinken. Wen wundert es, dass mit „Deutschland sucht den Superstar“ der Preisträger für die beste Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen aus der untersten Schublade gezerrt werden musste. Der Grund: In den Schubladen darüber herrscht gähnende Leere.

„Herr Ranicki hat vor dem Hintergrund seines persönlichen Generationenverständnisses reagiert, bei dem Fernsehen und kulturelle Vermittlung früher eine ganz andere Rolle gespielt haben, als heute“, mit diesen Worten zitiert die Online-Ausgabe der taz das Jurymitglied Miriam Meckel. Liegt da nicht ein Missverständnis vor, das dem hohen Alter Reich-Ranickis geschuldet ist, der stramm auf die 90 zugeht? Qualität, sei es in der Literatur oder im Fernsehen, ist keine Frage des Generationenverständnisses, denn schließlich war früher nicht grundsätzlich alles besser, auch im Fernsehen nicht. Nein, hier hat eine Persönlichkeit mit Urteilskraft und Zivilcourage sinnvollen Gebrauch gemacht von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung vor dem Hintergrund seines persönlichen Verständnisses von Qualität und Menschenwürde. Denn um Letzteres geht es auch.

Lesenswert sind dazu die Fernsehkritiken bei faz.net und taz.de

16.9.08

Wenn Manager clustern

Jede Kaste pflegt ihre eigene Sprache, Manager ganz besonders. An briefings bei meetings mit innovativem brainstorming haben wir uns nolens volens gewöhnt. Aber es geht noch besser. Ergebnisse von briefings bei meetings mit innovativem brainstorming fasst der redegewandte Manager nicht zusammen, sondern er clustert. Wenn ich es nicht selbst mit eigenen Ohren gehört hätte, ich könnte es nicht glauben. Der Blick ins Wörterbuch verrät, dass cluster aus dem Englischen am besten mit Bündel übersetzt wird. Im Schwäbischen würde man ganz einfach Bollen dazu sagen. Nun gut, wer nicht zusammenfassen will, kann ja gerne bündeln. Aber clustern? Klingt doch irgendwie nach plustern oder aufplustern.

5.9.08

Google Chrome: Surfen unter Beobachtung muss nicht sein

Kaum ist die Beta-Version online, überschlagen sich die Nachrichten und Kommentare zu Google Chrome, dem ersten Internet-Browser von Google. Was viele vermuten, bestätigen die Fachleute von golem.de, die IT-News für Profis liefern: Mit Google Chrome surfen Sie unter ständiger Beobachtung, denn bei der Installation des Browsers versieht Google das Programm mit einer individuellen ID-Nummer. Damit kann Google jeden Nutzer einfach identifizieren – es sei denn, man ändert die Konfigurationsdateien und versieht sie mit einem Schreibschutz. Eine detaillierte Anleitung dazu findet sich bei golem.de unter http://www.golem.de/0809/62216.html

1.8.08

Wenn der kleine Faulbär auf einen Medienbruch stößt

Was passiert, wenn der kleine Faulbär in uns auf einen Medienbruch stößt? Nichts! Einfach gar nichts. Aber das ist ja gerade. Mailings, Websites, Kataloge und Anzeigen verlieren erheblich an Wirkung, wenn sie einen Medienbruch enthalten.

Bei Wikipedia findet sich folgende Definition:

„Unter einem Medienbruch versteht man einen Wechsel des informationstragenden Mediums innerhalb eines Informationsbeschaffungs- oder -verarbeitungsprozesses. Die Informationen suchende (oder verarbeitende) Person wird dadurch gezwungen, im Verlauf des Prozesses die Such- bzw. Verarbeitungsstrategie zu wechseln, um dem gerade vorliegenden Medium zu entsprechen. Man geht davon aus, dass durch einen Medienbruch in der Informationskette der Informationsbeschaffungs- oder -verarbeitungsprozess erschwert, verlangsamt und unter Umständen auch in seiner Qualität gemindert wird.“

Dazu zwei Beispiele:

Ein Anbieter von Seminaren listet auf seiner Internetseite sämtliche Seminare für das nächste halbe Jahr auf. Wer sich für eines der Seminare anmelden will, muss ein Faxformular als PDF herunterladen, drucken, ausfüllen und faxen. Was sagt der kleine Faulbär dazu: „Wer mir so viel Arbeit macht, will vielleicht gar nicht, dass ich mich anmelde. Also lasse ich es lieber bleiben.“ Wie viel besser und konsequenter wäre es, man könnte sich auf einer Antwortseite online anmelden.

Ein Mailing für einen Börsenbrief bietet ein kostenloses Abonnement für die nächsten drei Ausgaben an. Der Clou: Mittels persönlichem Passwort kann der Interessent den Börsenbrief auf der Internetseite des Verlags aufrufen. Unser kleiner Faulbär findet das zwar ganz nett, bleibt aber lieber in seiner Höhle, anstatt zum Schreibtisch zu wandern, den Rechner hochzufahren, die URL einzugeben und so fort. Einfach zu viel Umstand!

Die Moral von der Geschicht‘: Wer seine Leser zu einer Handlung verführen will, sollte es ihnen so einfach wie möglich machen und jeglichen Medienbruch vermeiden. Sonst bekommt er es mit dem kleinen Faulbären zu tun.

21.7.08

E-Mails oder wie Sie aus der Flut ein Rinnsal machen

Immer wieder höre ich Klagen über die angebliche Flut von E-Mails. Ja, manche Leute kokettieren mittlerweile damit, dass sie nur einmal in der Woche ihre Mails lesen – schließlich gebe es Wichtigeres zu tun.

Dazu einige ganz praktische Tipps und Anregungen:

Weshalb nutzen wir die Elektropost anstelle der Sackpost oder des Telefons?
Antwort: Wegen Ihrer Schnelligkeit und Zuverlässigkeit. Und weil wir im Gegensatz zum Telefon zu jeder Tages- und Nachtzeit kommunizieren können; unabhängig davon, ob der Adressat anwesend ist und gerade Zeit hat.

Welchen Nutzen können Sie daraus ziehen?

Antwort: Wer ein schnelles Medium nutzt, erwartet bewusst oder unbewusst eine ebenso schnelle Reaktion. Niemand wundert sich über einen VW Käfer, der mit Tempo 80 über die Landstraße rumpelt. Würde es sich um einen Ferrari handeln – Sie hätten ernsthafte Zweifel am Gesundheitszustand des Fahrers. Daraus folgt: Seien Sie schneller als die Wettbewerber! Lesen Sie dreimal täglich Ihre Mails (zu Arbeitsbeginn, nach der Mittagspause und etwa eine halbe Stunde vor Feierabend) und antworten Sie SOFORT! Ist Ihnen das nicht möglich, weil Sie erst Informationen recherchieren müssen, sollten Sie am nächsten Tag antworten oder SOFORT einen Zwischenbescheid senden, in dem Sie ankündigen, wie lange und weshalb der Fragesteller auf eine Antwort warten muss.

Was es mit der Flut an Mails wirklich auf sich hat und was Sie dagegen tun können

Wie war es eigentlich früher, als es nur die Sackpost gab? Haben Sie auch nur einmal in der Woche Ihre Post gesichtet? Eben. Fühlen Sie sich dennoch von einer Flut an Elektropost bedroht, dann trimmen Sie Ihren Spamfilter durch die Eingabe zusätzlicher Schlüsselwörter so, dass er keine unerwünschten Mails mehr durchlässt. Was dennoch den Filter passiert, sollten Sie konsequent bei Ihrem Mail-Provider als Spam melden. Die andere Seite der Medaille ist, dass hin und wieder eine „saubere“ Mail aussortiert wird. Können Sie damit leben? Ich nicht. Deshalb sichte ich einmal wöchentlich den Spam-Ordner. Und wie durch ein Wunder wird die vermeintliche Flut an Mails zum beschaulichen Rinnsal.