Das Unbehagen über Deutschlands Manager wächst. Noch nie kamen sie in der Öffentlichkeit so schlecht weg. Den Beleg dafür liefert die erste Langzeit-Studie der Universität Hohenheim zu Spitzen-Managern und Management-Themen in den Medien. Für seine Untersuchung hat der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Frank Brettschneider gemeinsam mit dem Institut Media Tenor mehr als fünf Jahre lang 286 180 Passagen über die 30 führenden DAX-Unternehmen ausgewertet. Das Ergebnis: „Die Kritik an den Managern war noch nie so stark wie in diesem Jahr.“ In der zunehmenden Personalisierung der Berichterstattung aus der Wirtchaft sieht Brettschneider auch eine Chance: „Vorstandsvorsitzende können ihrem Unternehmen auch eine Image-Dividende schaffen.“
Pressemitteilung der Universität Hohenheim
Auswertungen der Langzeit-Studie
1.2.08
Langzeit-Studie der Uni Hohenheim: Manager-Schelte so stark wie nie zuvor
1.1.08
Alles hat ein Ende: Netscape Navigator vor dem Aus
Es war einmal ein Browser, der Microsofts Internet Explorer die Stirn geboten hat. Inzwischen ist der Name mehr Rauch als Schall, der Netscape Navigator stirbt aus. Seit 1998 gehört Netscape zu AOL. Das Unternehmen hat jetzt angekündigt, dass es von Februar an keine Sicherheits-Updates mehr für den Navigator veröffentlichen wird – das sichere Aus für den Browser.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema hier im Manager Magazin!
28.12.07
Aus dem Wörterbuch der Illiteraten (1): der Award.
Man müsste es erfinden, denn an Stoff mangelt es nicht für ein Wörterbuch der Illiteraten. Politik, Wirtschaft, Unterschicht-Fernsehen (frei nach Harald Schmidt) und Freunde der Anglizismen wären zuverlässige Lieferanten. Wohlan, so lasst uns beginnen!
Teil 1: der Award. Früher war alles viel einfacher weil übersichtlicher. Nobelpreis und Oscar, Goldene Kamera und Bambi – das war’s weitgehend an Preisen und Auszeichnungen. Heutzutage verleiht jeder Fernsehsender Preise und Auszeichnungen. Und damit es nicht gar so provinziell erscheint, werden Schauspieler, Sänger und Sportler mit einem „Award“ zwangsbeglückt.
Ganz in der Nähe des „Award“ finden sich im Wörterbuch der Illiteraten Begriffe wie voten, toppen, performen oder casten. Dazu demnächst mehr.
27.11.07
Unser täglich Wort gib' uns heute!
Sprache lebt. Und wie. Jeden Tag entstehen neu gebildete Wörter, auch Neologismen genannt. Der sprachliche Schöpfungsakt beschränkt sich jedoch allzu oft darauf, dass Begriffe aus dem Englischen verwendet werden. Wer etwas auf sich hält, verleiht keinen Preis mehr, sondern einen „award“. Die Entscheidung, wer den „award“ erhält, fällt nicht mehr in einer Abstimmung, sondern in einem „voting“. Das erinnert an den unaufhaltsamen Aufstieg des englischen Zeitworts „to top“.
Vor allem im Sport gewinnen die „Topper“ die Überhand. Längst werden keine neuen Rekorde mehr aufgestellt oder Leistungen übertroffen. Nein, es wird „getoppt“. Standardfrage fast aller Sport-Reporter, nachdem Hintertupferazhofen im Fußballspiel mit 5:0 Toren gegen Oberdimpfelkirchen gewonnen hat: „Ist das noch zu toppen?“ Und dann murmelt der Trainer (früher: Übungsleiter) sicherlich noch irgendetwas von nicht abgerufener Leistungsbereitschaft oder so.
Ein weites Feld. Eben diesem Feld widmet sich das Seminar für Sprachwissenschaft der Universität Tübingen. Die Internet-Seite „Die Wortwarte“ hält Tag für Tag die wichtigsten Neologismen für die Nachwelt fest. Und wozu soll das gut sein? Darüber geben die Verantwortlichen wie folgt Auskunft:
„Es gibt Wetterwarten und Sternwarten. Nun gibt es auch eine Wortwarte. Zu den Aufgaben der Wetterwarten gehört es, die Entwicklung des Wetters zu beobachten und darüber zu berichten. Zu den Aufgaben der Wortwarte gehört es, die Entwicklung des deutschen Wortschatzes zu beobachten und darüber zu berichten.“
Hier klicken für den direkten Weg zu „Die Wortwarte“!
19.11.07
Immer wieder montags: Joschka Fischer schreibt für DIE ZEIT online
Nach Martin Walsers Novelle "Ein fliehendes Pferd" legt Joschka Fischer jetzt mit "Der Gaul vor dem Hindernis" nach. Immer wieder montags verhilft er uns in den Sattel mit einer Kolumne für die Online-Ausgabe der ZEIT. Diesen Montag gewinnen wir dank der Hilfe des ehemaligen Außenministers folgende Erkenntnis:
In der Politik ist es wie beim Springreiten. Wenn ein Gaul den Sprung über eine Hürde verweigert, dann kann schon mal der Reiter kopfüber aus dem Sattel fliegen.
Zur Montagskolumne von Joschkae Fischer in DIE ZEIT online bitte her klicken!
8.11.07
ARD und ZDF im Internet: Ja dürfen die denn das?
Ja dürfen die denn das? Groß ist die Aufregung bei den privat finanzierten Fernsehsendern, dass ARD und ZDF als öffentlich-rechtliche Sender zunehmend das Internet als Nachrichtenkanal entdecken. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht der ZDF-Intendant Markus Schächter über die digitale Zukunft und die journalistische Verantwortung. Bemerkenswert ist folgende Aussage des ZDF-Intendanten:
Nicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk bedroht die Privaten, sondern die eigene neue Geschäftspolitik der Privaten. Wer seine Renditeerwartung von 20 auf 30 Prozent erhöht, der gefährdet den publizistischen Kern privater Medienunternehmen und will mit der Kritik an uns davon nur ablenken.
Was Schächter beschreibt, ist vielerorts längst Wirklichkeit in den Zeitungsverlagen. Journalistischer Kern, publizistischer Auftrag oder Wächerfunktion der Presse? Heutzutage ist vielmehr die Rede vom "redaktionellen Umfeld", mit dem Anzeigen akquiriert werden. Für Nicht-Insider: Journalisten füllen den Weißraum zwischen den bezahlten Anzeigen wie die Sättigungsbeilage das Teller zwischen Rand und Schnitzel. Guten Appetit!
Das vollständige Interview der Süddeutschen Zeitung mit ZDF-Intendant Markus Schächter lesen Sie hier.
P.S.: Interessant ist auch, welche Zeitungen sich mit diesem Thema befassen und welche nicht.